Liebe Gemeindeglieder,

wer im Ältestenkreis mitarbeitet, der feiert nicht nur wieder regelmäßiger Gottesdienst und hat nicht nur ein wirklich wichtiges Ehrenamt inne, sondern lernt auch viel Neues. Ich hätte es zuvor nicht gedacht, aber es bestätigt sich immer wieder. Frei nach dem Motto: Es ist nie zu spät, seinen Horizont zu erweitern, machten wir vom Ältestenrat aus uns mit einigen Gemeindeglieder auf nach Kollmarsreute um uns ein Bild zum Thema Kirchenpädagogik zu machen. Es ging vielen wie Ihnen jetzt wahrscheinlich auch: Gedanken wie „... noch nie gehört.“ oder „...spannend klingt irgendwie anders...“ schossen uns durch den Kopf und ließen so manche an der Sinnhaftigkeit der Veranstaltung zweifeln. Und dennoch – angesichts der bevorstehenden Renovierung der Kirche in Kollmarsreute - ließen wir uns überraschen und wurden von einem unglaublich freundlichen Dr. Rupp, selbst Pf.i.R. aus Waghäusel begrüßt.

Prof. Dr. Rupp befasst sich schon seit Jahren mit Kirchenpädagogik, die sich wie folgt beschreiben lässt: Die Kirchenpädagogik möchte Menschen an die Begegnung mit dem „Heiligen“ heranführen und die Vorrausetzungen dafür bereiten! - Auf Deutsch heißt das: Mit dem bewussten Wahrnehmen von Kirchenräumen (dem Gebäude an sich mit allem darin), dem Deuten und Erschließen oder eben auch Umgestalten, wie bei uns.

Das Gebäude wird von außen und innen betrachtet, neu wahrgenommen , Störendes benannt oder Gutes hervorgehoben. Gemeinsam - in unserem Fall angeleitet von Herrn Dr. Rupp - erörterten wir gemeinsam, geradezu spielerisch, wie der Kirchen- bzw. Gemeinderaum in Kollmarsreute von den Menschen am besten mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann, sodass man sich während des Gottesdienstes oder auch anderer Veranstaltungen geborgen, wohl, eingeladen und abgeholt fühlt. Dies geschieht auch anhand von Analysen von Akustik, dem Umstellen von Möbeln, Umsetzen im Raum - man beschäftigt sich mit den verwendeten Baumaterialien und dem besten Blick auf den Altar. Fragen wie: „Woher soll die Lichteinstrahlung kommen?“ „Aus welcher Richtung kommt am besten die Musik?“ oder „Wo sitzt der Organist?“ Herr Rupp hat alle mit seiner freundlichen,  unterhaltsamen und auch sehr kompetenten Art von „angewandter Pädagogik in Kirchen“ erzählt und uns alle mit interaktiven Aktionen miteingebunden und begeistert.

Plötzlich betrachtete man manche Dinge mit ganz anderen Augen und man merkte, wie unterschiedlich die Menschen den Raum um sich herum wahrnehmen. Viele räumliche Begebenheiten in Kirchen erklärte Herr Rupp mit geschichtlichen Rückblenden oder biblischen Szenen, sodass Vieles im Kirchengebäude auf einmal Sinn machte. Darüber hatte man sich zuvor keine Gedanken gemacht. Nachdem wir Vieles nun aus verschiedenen Sichtweisen herausbetrachtet hatten, auch gesungen und kurze Gottesdienstszenen nachgestellt hatten - um sich alles besser vorzustellen - nahmen wir sehr viele positive Anregungen mit in die weitere Planung des Umbaus unseres „Kreuzkirchenzentrums“, wie ja die Kollmarsreuter Kirche nun heißt.

Mit tollen Eindrücken und Impulsen – und nach einem super Snack zwischen- durch- waren wir richtig froh, uns an diesem Samstag nach Kollmarsreute aufgemacht zu haben – auch wenn die Thematik zuerst nicht besonders spannendklang. Man muss eben - wie bei so Vielem - manchmal den Blickwinkel ändern, um all das Wunderbare um uns herum zu erkennen.

Claudia Körner für den Ältestenkreis