Draußen sehe ich gerade wie die ersten Frühlingsboten das Erwachen der Schöpfung anzeigen. Der Geruch von Leben liegt schon in der Luft und setzt in mir Kräfte frei.
Es ist schön mit anzusehen, wie die Krokusse und Narzissen, auch die Tulpen wachsen und erste Blüten sich der Sonne entgegen strecken. Es sind für mich Zeichen einer ganz großen Sehnsucht nach Leben, die in jeder Schöpfung Gottes zu finden ist.
Leben zu dürfen, nicht vergehen zu müssen, ist auch das großesThema von uns Menschen. Wir tun uns allesamt schwer mit dem Gedanken, dass unser Leben endlich ist.
Manche trösten sich darin, dass es angeblich auch in der Natur ein stetiges Wachsen und Vergehen gibt. Aber ist der Vergleich wirklich richtig? Die Pflanzen sind ja nicht gestorben, sondern ruhen nur im Winter. So wie auch in unserem Leben das Ruhen und Arbeiten, das Stille-sein oder das kraftvolle nach vorne Gehen sich abwechseln sollen. Man kann nicht immer nur angespannt arbeiten. In jedem Leben muss es Ruhezeiten geben, die dem Winter gleichen. Aber sterben zu müssen ist noch einmal eine andere Geschichte. Ich wundere mich nicht darüber, dass die meisten von uns den Gedanken an die Endlichkeit verdrängen. Er hat auch etwas bedrückendes und negatives an sich.

Um so besser und deutlicher ist die Botschaft, die wir in den kommenden Wochen miteinander hören und bedenken sollen. Wir gehen ja auf Ostern zu. Wie gesagt, es geht nicht darum, dass einem Winter ein neuer Frühling folgt, sondern es geht darum, dass der Tod seine vernichtende und zerstörerische Kraft verliert. Genau das werden wir wieder beim kommenden Osterfest feiern.
Dabei müssen und sollen wir ausgelassen feiern, wir sollen das Leben feiern, wir sollen so bunt wie möglich uns das Leben ausmalen und überschwenglich sein, um so den schweren Erfahrungen von Leid und Tod etwas Kraftvolles entgegen zu setzen.
Das ist ja nicht leicht! Denn das „Verneinende“, dass „Negative“ kommt so brachial, oft so gewaltsam uns entgegen. Es scheint alles platt zu walzen und jede aufkeimende Hoffnung zerstören zu wollen.
Als Christen setzen wir dem unseren Glauben entgegen. Es ist der Glaube an einen Gott des Lebens, einen Gott, der das Leben liebt, der nicht zulässt, dass seine Menschenkinder für immer zerstört werden. Er ist es, der durch sein Machtwort des Lebens neue Hoffnung gibt, den Horizont mit Licht erfüllt, die Gedanken auf Gutes und Schönes lenkt. Natürlich werden wir noch von dem Gedanken geplagt, warum wir dann überhaupt noch von der Erde Abschied nehmen müssen? Das hat leider damit zu tun, dass wir mit unserem derzeitigen Körper nicht in die große Welt Gottes gehen können. Dazu brauchen wir eine andere Qualität von Körper. Aber genau diesen will Gott uns durch die Auferstehung schenken.
Das ist die große Botschaft, die uns Jesus gebracht hat und die wir unermüdlich den Menschen sagen. Hat diese Botschaft nicht die Menschen in den ersten Jahrhunderten so fasziniert, dass der christliche Glaube einen gewaltigen Siegeszug rund um das Mittelmeer erlebt hat? Diese Botschaft war so atemberaubend und aufrüttelnd, dass keiner „außen-vor“ stehen wollte. Und wie ist das heute? Sind wir nicht auch reif für eine neue aufrüttelnde und atemberaubende Botschaft, die nicht in der virtuellen Welt sondern in der Wirklichkeit unseres Lebens sich ereignet?
Zum Osterfest grüße ich Sie sehr herzlich
Ihr Gemeindepfarrer Joachim Knab

Tageslosung vom 23.03.2019
Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Paulus schreibt: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird.

Mit dem Monatsspruch für März grüße ich Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage. Schön, dass Sie sich bei uns informieren.

In unserer Kirche gibt es den Brauch sowohl Wochensprüche, als auch Monatssprüche auszuwählen, also Bibelworte, die einen begleiten sollen. Manchmal gibt es Ermutigungen, manchmal sind es mahnende Worte. Der Monatsspruch für März ist eher mahnend und passt so die nun kommende Passionszeit. „Wendet Euer Herz wieder zum Herrn!“

Haben wir Gott Anlass gegeben, so mit uns zu sprechen? Martin Luther hat uns ins Stammbuch geschrieben, dass unser Leben immer wieder zu reformieren ist. Vielleicht ist grade die Passionszeit eine gute Gelegenheit, dies zu versuchen. Das ist so, wie wenn ich durch mein Navi aufgefordert werde, doch zu wenden, weil ich mich „verfahren“ habe. Leben ist nicht einfach und sich zu „verfahren“ ist keine Schande. Aber auf dem falschen Weg zu verharren, ist nicht gut. In der Passionszeit sollten wir uns Zeit nehmen, darüber nachzudenken.
Ich wünsche Ihnen eine gute und gesegnete Zeit und viel Freude mit unserer Homepage.

Es grüßt Sie der Gemeindepfarrer der Kreuzkirchengemeinde

Joachim Knab

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.
1 Sam 7,3 (E)