Liebe Gemeindeglieder,

wie Sie vielleicht schon gesehen haben, wird an der Windenreuter Kirche mächtig gebaut.... Nachbars Mauer steht ja bereits und wir arbeiten währenddessen schon eifrig an der Gestaltung der Außenanlage. Es wird eine neue Bepflasterung des Weges vor der Kirche geben und eine Rampe zum seitlichen Eingang der Kirche, um es unseren Gemeindegliedern, die auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen sind zu erleichtern, in die Kirche zu kommen.

In Kollmarsreute wird um oder nach Weihnachten mit den Umbauarbeiten angefangen – Sie sehen also, es geht mit vereinten Kräften in eine gute Richtung. Es braucht halt alles seine Zeit... Zeit, die man oft nicht hat, weil man so eingespannt ist, in der Familie, bei der Arbeit, oder auch im schlimmsten Fall, weil man krank ist. Manchmal weiß auch ich gar nicht, wie ich mit der Zeit herumkomme, auch ein Ehrenamt in der Kirche be-ansprucht doch das eine oder andere Stündchen an Engagement, das man doch eigentlich gar nicht übrighat. Ich muss aber doch feststellen, dass es mich jedes Mal freut, wenn wir uns im Ältestenkreis getroffen haben, da mir hier wirklich liebe Menschen begegnen, mit denen man was Schönes „schaffen“ und organisieren kann.

Mal am Sonntag in die Kirche zu gehen „entschleunigt“ mich vom Alltag, bremst mich immer wieder – auf positive Weise – aus. Hinterher fühle ich mich oft „leichter“ und „ruhiger“. Letzte Woche führte ich eine nette Unterhaltung mit einem, mir bis dahin fast Unbekannten – er war durchaus spirituell, sehr sogar. Er erzählte mir von seinen Erfahrungen, dass er Yoga mache und meditiere. Durch die tiefe Ruhe würden seine Blockaden, Stress und Spannungen aus dem Nervensystem gelöst, wodurch der Geist freier und klarer, die Psyche ausgeglichener und harmonischer, der Körper entspannter und das Verhalten entkrampfter und natürlicher würde. Außerdem suche er durch seine Meditation durchaus die Verbindung zur „anderen Seite“, wie er es nannte.

Auf die Frage, ob ich auch so etwas in die Richtung mache, meinte ich: „Nun, vielleicht etwas anders – ich gehe immer wieder in die Kirche...“ Das hat eine ähnliche Wirkung auf mich wie eine Meditation. Meine Antwort mit der Kirche fand er übrigens hochinteressant – aus der christlichen Sicht hatte er das noch nie betrachtet.

Eine andere Frau erzählte mir, dass sie eigentlich nicht ungern in die Kirche gehen würde, aber bei der Predigt immer gedanklich abschweifen würde, manchmal richtig „weg“ sei – vielleicht auch eine Art Meditation? Weil, hinterher fühle sie sich auch irgendwie gut...

Um auf die Zeit zurückzukommen: Egal, was man tut, für alles muss ich mir Zeit nehmen und wenn ich spüre, dass mir dies innere Ruhe und Zufriedenheit gibt, dann kann das kein Fehler sein. Bald wird es auch wieder „Auszeit-Gottesdienste“ unter der Woche geben und wir freuen uns, wenn auch Sie sich kurz „entschleunigen“ wollen.

Mit lieben Grüßen von den Ältesten, Ihre Claudia Körner